Wenn ein Bootsmotor überhitzt, hängt das Problem häufig mit dem Kühlwasserdurchfluss zusammen. Bevor Sie davon ausgehen, dass der Motor ein schwerwiegendes internes Problem aufweist, sollten Sie zunächst die grundlegenden Überprüfungen durchführen: Meerwasserfluss, Zustand des Impellers, Verschleiß der Pumpe, verstopfte Filter, Probleme mit dem Thermostat, Kühlmittelstand, Temperatursensoren und der Abgaskrümmer.
Eine Überhitzung eines Schiffsdieselmotors sollte stets ernst genommen werden. Ein Betrieb des Motors bei zu hohen Temperaturen kann die Zylinderkopfdichtung, den Abgasschlauch, den Impeller, Dichtungen und andere Motorteile beschädigen. Die gute Nachricht ist, dass viele Überhitzungsprobleme auf Verschleißteile zurückzuführen sind, die überprüft und ausgetauscht werden können, ohne den Motor auszubauen.
Diese Anleitung eignet sich für viele gängige Bootsmotoren, darunter Volvo Penta, Yanmar, Vetus, Perkins, Nanni, Bukh und Solé Diesel.
Sollte der Temperaturalarm ausgelöst werden oder der Motor offensichtlich überhitzen, verringern Sie die Belastung und stellen Sie den Motor ab, sobald dies gefahrlos möglich ist. Lassen Sie den Motor nicht weiterlaufen, in der Hoffnung, dass die Temperatur sinkt.
Erste Überprüfung: Tritt Kühlwasser aus dem Auspuff aus?
Als Erstes sollten Sie das aus dem Auspuff austretende Wasser überprüfen. Bei den meisten Schiffsdieselmotoren mit nassem Abgassystem wird Meerwasser durch das Kühlsystem gepumpt und tritt anschließend über den Auspuff wieder aus.
Wenn nur wenig oder gar kein Wasser austritt, liegt das Problem in der Regel auf der Seewasserseite des Kühlsystems. Das bedeutet, dass Sie zunächst die Seewasser-Absperrventil, den Seewassersieb, die Schläuche, den Impeller und die Seewasserpumpe überprüfen sollten.
1. Überprüfen Sie den Seeventil und den Wasserzulauf
Beginnen Sie mit den einfachen Dingen. Vergewissern Sie sich, dass das Seewasser-Absperrventil vollständig geöffnet ist. Das klingt selbstverständlich, wird jedoch nach der Winterwartung oder anderen Wartungsarbeiten leicht vergessen.
Überprüfen Sie außerdem, ob der Wasserzulauf unter dem Boot verstopft ist. Plastik, Wasserpflanzen, Muscheln oder Schmutz können den Wasserfluss behindern. Wenn der Motor kurz nach dem Auslaufen aus dem Yachthafen überhitzt, ist ein verstopfter Wasserzulauf eine der ersten Ursachen, die in Betracht gezogen werden sollten.
Zu überprüfen:
Seeventil geöffnet, Ansaugung nicht verstopft, Schlauch nicht eingeklemmt, kein Luftverlust vor der Seewasserpumpe.
2. Überprüfen Sie den Meerwasserfilter
Das Seewasserfilter fängt Algen, Schmutz und kleine Fremdkörper auf, bevor diese den Motor erreichen. Ist das Filter voll, kann die Seewasserpumpe nicht genügend Wasser ansaugen, und der Motor kann überhitzen.
Öffnen Sie das Sieb, reinigen Sie den Korb und überprüfen Sie die Gummidichtung. Wenn der Deckel nicht richtig abdichtet, kann die Pumpe Luft statt Wasser ansaugen. Dies kann ebenfalls zu einem unzureichenden Kühlwasserdurchfluss führen.
3. Überprüfen Sie den Impeller
Ein beschädigtes oder abgenutztes Impeller-Laufrad ist eine der häufigsten Ursachen für Überhitzung.
Der Impeller ist eines der ersten Bauteile, die bei einer Überhitzung des Bootsmotors überprüft werden sollten. Er pumpt Meerwasser durch das Kühlsystem. Sind die Gummilamellen rissig, verhärtet, beschädigt oder fehlen sie, kann die Pumpe nicht genügend Wasser fördern.
Auch wenn der Impeller noch vollständig aussieht, kann altes Gummi hart werden und an Elastizität verlieren. Dies mindert die Förderleistung, insbesondere bei niedrigen Drehzahlen oder nachdem der Motor längere Zeit stillgestanden hat.
Sollten Schaufeln fehlen, bauen Sie nicht einfach nur einen neuen Impeller ein. Versuchen Sie, die Bruchstücke zu finden. Diese können weiter in das Kühlsystem gelangen und den Wärmetauscher oder die Schläuche verstopfen.
4. Überprüfen Sie die Verschleißplatte und die Abdeckung der Impellerpumpe
Ein neuer Impeller löst das Problem nicht immer. Wenn der Pumpendeckel oder die Verschleißplatte Rillen aufweist, dichtet der Impeller möglicherweise nicht ordnungsgemäß im Inneren der Pumpe ab. Dies kann zu einer Verringerung des Saug- und Kühlwasserdurchflusses führen.
Dies wird bei der regulären Wartung oft übersehen. Bootsbesitzer tauschen zwar den Impeller aus, doch die Pumpe arbeitet weiterhin nicht ordnungsgemäß, da die Laufbahn beschädigt ist.
Worauf Sie achten sollten:
Rillen, Risse, Korrosion, abgenutzter Pumpendeckel, beschädigte Dichtungsfläche oder Anzeichen dafür, dass der Impeller trocken gelaufen ist.
5. Überprüfen Sie die Schläuche und Schlauchschellen
Kühlschläuche können weich werden, Risse bekommen oder sich verengen. Ein Schlauch kann auch im Inneren kollabieren, insbesondere auf der Saugseite vor der Seewasserpumpe. Dies kann den Wasserdurchfluss verringern, selbst wenn der Impeller neu ist.
Überprüfen Sie auch die Schlauchschellen. Eine lockere Schelle kann dazu führen, dass Luft in das System gelangt oder ein Wasserleck entsteht. Auf der Druckseite ist ein Leck möglicherweise leichter zu erkennen. Auf der Saugseite kann die Pumpe Luft ansaugen, ohne dass dabei nennenswertes Wasser zurückbleibt.
6. Kühlmittelstand prüfen
Bei Motoren mit geschlossenem Kühlsystem kann ein zu niedriger Kühlmittelstand oder ein Kühlmittelmangel ebenfalls zu einer Überhitzung führen. Dies ist unabhängig vom Meerwasserbereich. Das Meerwasser kühlt den Wärmetauscher, während das Kühlmittel durch den Motor selbst zirkuliert.
Ist der Kühlmittelstand zu niedrig, kann der Motor die Wärme nicht ordnungsgemäß abführen. Dies kann durch ein Leck, eine lockere Schlauchschelle, einen beschädigten Wärmetauscher, einen verschlissenen Verschlussdeckel, Luft im System oder frühere Wartungsprobleme verursacht werden.
Zu überprüfen:
Kühlmittelstand, Kühlmittellecks, Schlauchverbindungen, Ausgleichsbehälter, Wärmetauscher, Druckdeckel sowie Anzeichen von Kühlmittel im Bilgenraum.
7. Überprüfen Sie den Thermostat
Wenn der Meerwasserfluss in Ordnung zu sein scheint und der Kühlmittelstand korrekt ist, sollte als Nächstes das Thermostat überprüft werden. Ein Thermostat, das nicht ordnungsgemäß öffnet, kann zu einem Anstieg der Motortemperatur führen.
Probleme mit dem Thermostat lassen sich von außen oft nur schwer diagnostizieren. Wenn der Motor überhitzt, obwohl aus dem Auspuff ein starker Meerwasserstrom austritt, ist das Thermostat eine der möglichen Ursachen.
Mögliche Anzeichen:
Der Motor läuft zunächst normal warm, doch dann steigt die Temperatur weiter an oder der Motor überhitzt sich sogar bei gutem Seewasserdurchfluss.
8. Überprüfen Sie den Temperatursensor oder den Temperaturschalter
Manchmal überhitzt der Motor gar nicht, doch der Temperaturalarm wird trotzdem ausgelöst. Ein defekter Temperatursensor, Temperaturschalter, Messgeber oder eine beschädigte Verkabelung kann ein falsches Signal an den Alarm oder das Armaturenbrett senden.
Ignorieren Sie die Warnmeldung nicht, aber tauschen Sie auch nicht die Hälfte des Kühlsystems aus, ohne zuvor die Sensorseite zu überprüfen. Wenn der Meerwasserfluss zum Motor einwandfrei ist, der Kühlmittelstand korrekt ist und sich der Motor nicht ungewöhnlich heiß anfühlt, könnte der Temperatursensor oder die Verkabelung die Ursache sein.
Zu überprüfen sind:
Temperatursensor, Alarmschalter, Kabelstecker, Korrosion an den Klemmen, Anzeige im Armaturenbrett sowie die Übereinstimmung der Alarmanzeige mit der tatsächlichen Motortemperatur.
9. Überprüfen Sie die Anoden des Wärmetauschers und des Kühlsystems
Bei vielen Schiffsdieselmotoren fließt Meerwasser durch einen Wärmetauscher. Im Laufe der Zeit können Salz, Kalkablagerungen, Teile des Impellers und Korrosion die Rohre im Inneren des Wärmetauschers verengen.
Falls Ihr Motor über Anoden im Kühlsystem verfügt, sollten diese ebenfalls überprüft werden. Alte Anoden können zerfallen, und deren Bruchstücke können mitunter zu Durchflussbehinderungen führen. Sind die Anoden nicht mehr vorhanden oder stark abgenutzt, steigt die Wahrscheinlichkeit von Korrosion im Kühlsystem.
10. Überprüfen Sie den Auspuffkrümmer
Der Abgaskrümmer ist eine weitere häufige Ursache für Überhitzung und Leistungsmangel des Motors. Er vermischt die Abgase mit dem Kühlwasser, bevor das Wasser über das Abgassystem abfließt.
Im Inneren des Krümmers können sich im Laufe der Zeit Korrosion und Kohlenstoffablagerungen ansammeln. Wenn die Wasserzufuhrstelle verstopft ist, fließt möglicherweise weniger Kühlwasser durch den Auspuff. Dies kann zu Dampfbildung, hohen Abgastemperaturen und Überhitzung führen.
Mögliche Anzeichen für einen defekten Auspuffkrümmer:
Dampf aus dem Auspuff, verminderter Wasserdurchfluss, Überhitzung unter Last, schwarzer Rauch, Leistungsabfall oder ein sehr heißer Auspuffschlauch.
Kurze Checkliste zur Überhitzung
- Überprüfen Sie das Wasser aus dem Auslass: Ein schwacher Durchfluss deutet auf ein Problem mit dem Meerwasserzufluss hin.
- Überprüfen Sie das Seeventil: Vergewissern Sie sich, dass es vollständig geöffnet ist.
- Reinigen Sie den Meerwasserfilter: Überprüfen Sie den Filterkorb und die Dichtung des Deckels.
- Überprüfen Sie den Impeller: Achten Sie auf Risse, fehlende Schaufeln oder Hartgummi.
- Überprüfen Sie die Pumpenabdeckung und die Verschleißplatte: Rillen können die Leistung der Pumpe beeinträchtigen.
- Überprüfen Sie die Schläuche und Schellen: Achten Sie auf Luftlecks, eingeklemmte Schläuche oder lockere Schellen.
- Überprüfen Sie den Kühlmittelstand: Ein zu niedriger Kühlmittelstand oder fehlendes Kühlmittel kann bei geschlossenen Kühlsystemen zu einer Überhitzung führen.
- Überprüfen Sie den Thermostat: insbesondere, wenn der Meerwasserstrom gut ist.
- Überprüfen Sie den Temperatursensor: Ein defekter Sensor oder Schalter kann einen falschen Überhitzungsalarm auslösen.
- Überprüfen Sie den Wärmetauscher: Verschmutzungen oder Kalkablagerungen können die Kühlleistung beeinträchtigen.
- Überprüfen Sie den Abgasbogen: Korrosion oder Verstopfungen können den Wasserfluss beeinträchtigen.
Häufige Symptome und mögliche Ursachen
| Symptom | Mögliche Ursache | Wo soll man anfangen? |
|---|---|---|
| Kein Wasser aus dem Auslass | Geschlossener Seeventil, verstopfter Einlass oder beschädigter Impeller | Seeklappe, Sieb, Impeller |
| Schwacher Wasserdurchfluss | Verschlissenes Impeller, Luftleck oder verschlissene Pumpenabdeckung | Impeller, Pumpe und Schläuche |
| Temperaturalarm, doch der Motor scheint nicht heiß zu sein | Defekter Temperatursensor, Schalter, Messgeber oder Kabelbaum | Temperatursensor und Verkabelung |
| Die Temperatur steigt weiterhin langsam an | Zu wenig Kühlmittel, Problem mit dem Thermostat oder verstopfter Wärmetauscher | Kühlmittelstand, Thermostat und Wärmetauscher |
| Dampf aus dem Auspuff | Mangelhafte Wassereinspritzung oder verstopfter Abgaskrümmer | Abgaskrümmer und Meerwasserzufuhr |
| Überhitzt unter Last | Eingeschränkte Kühlung, Problem mit dem Wärmetauscher oder Verstopfung des Abgaskrümmers | Wärmetauscher und Abgaskrümmer |
| Der Kühlmittelstand sinkt ständig | Kühlmittelleck, Problem mit dem Verschlussdeckel, undichter Schlauch oder Problem mit dem Wärmetauscher | Überprüfung des Kühlmittelsystems und der Dichtheit |
Benötigen Sie Ersatzteile für Ihr Kühlsystem?
MarinePartSystem liefert Impeller, Verschleißplatten, Dichtungen, Thermostate, Temperatursensoren, Abgaskrümmer und Ersatzteile für Volvo Penta, Yanmar, Vetus, Perkins, Nanni, Bukh, Solé Diesel und weitere Marken.
Nach einem Überhitzungsproblem
Nachdem der Motor überhitzt ist, sollten Sie nicht nur das defekte Teil austauschen. Es ist zudem ratsam, auf Folgeschäden zu prüfen.
Sollte der Impeller trocken gelaufen sein, überprüfen Sie den Pumpendeckel und die Verschleißplatte. Sollten Impeller-Schaufeln abgebrochen sein, überprüfen Sie den Wärmetauscher und die Schläuche auf Gummiteile. Sollte der Abluftschlauch sehr heiß geworden sein, überprüfen Sie, ob er nicht erweicht ist oder im Inneren beschädigt wurde.
Sollte der Temperaturalarm ausgelöst worden sein, der Motor sich jedoch nicht heiß anfühlen, überprüfen Sie den Temperatursensor und die Verkabelung, bevor Sie davon ausgehen, dass das Kühlsystem selbst verstopft ist. Sollte der Kühlmittelstand zu niedrig gewesen sein, überprüfen Sie das System sorgfältig auf Undichtigkeiten, bevor Sie den Motor erneut in Betrieb nehmen.
Benötigen Sie Hilfe bei der Suche nach dem richtigen Ersatzteil?
Jeder Motor verfügt über unterschiedliche Kühlkomponenten. Ein Volvo Penta D1 oder D2 verwendet nicht dasselbe Impeller, denselben Thermostat, denselben Temperatursensor oder dieselbe Dichtung wie ein Yanmar 1GM10, ein Vetus-Motor, ein Perkins-, Nanni- oder Solé-Dieselmotor.
Bitte überprüfen Sie vor der Bestellung stets das Motormodell und die Artikelnummer. Sollten Sie sich nicht sicher sein, welches Teil zu Ihrem Motor passt, hilft Ihnen MarinePartSystem gerne dabei, den richtigen Impeller, die richtige Verschleißplatte, die richtige Dichtung, den richtigen Thermostat, den richtigen Temperatursensor oder den richtigen Auspuffkrümmer zu finden.
Schlussfolgerung
Wenn ein Bootsmotor überhitzt, beginnen Sie mit den einfachen Überprüfungen des Kühlwassers. Überprüfen Sie den Wasserfluss aus dem Auspuff, reinigen Sie das Seewassersieb, inspizieren Sie den Impeller und überprüfen Sie die Abdeckung der Seewasserpumpe sowie die Verschleißplatte.
Sofern die Seewasserseite einwandfrei funktioniert, prüfen Sie als Nächstes den Kühlmittelstand, das Thermostat, den Temperatursensor, den Wärmetauscher, die Anoden des Kühlsystems und den Auspuffkrümmer. Eine frühzeitige Erkennung des Problems kann kostspielige Schäden verhindern und dafür sorgen, dass Ihr Boot für die Saison einsatzbereit bleibt.
MarinePartSystem liefert Schiffsmotorteile für Volvo Penta, Yanmar, Vetus, Perkins, Nanni, Bukh, Solé Diesel und weitere Hersteller.

Schreibe einen Kommentar